Atemwegsinfekte und ihre Abwehr

Eigentlich hat es so ein armes Erkältungsvirus schon ganz schön schwer. Um in eine Zelle Ihrer Atemwege überhaupt eindringen zu können, muss es zunächst den darauf liegenden Schleimfilm überwinden. Doch während es quälend langsam versucht durchzukommen, wird es von den Flimmerhärchen der Atemwege wieder nach außen getragen und von Proteinen angegriffen, die es zerstören.

Doch der Erreger hat Glück. Der menschliche Körper reagiert auf kalte Zugluft mit einer Absenkung der Durchblutung der Atemwege. Auch die Flimmerhärchen schlagen dann langsamer und die Effektoren des Immunsystems werden nicht in ausreichender Menge nachgeliefert. Deshalb heißt es auch ErKÄLTung.


Wie Sie noch die Kurve kriegen

Wenn es anfängt im Hals zu kratzen und die Kälte in die Glieder kriecht, kann man den Infekt noch aufhalten.

Aufsteigendes Fußbad

Richtig durchgeführt, kehrt ein Fußbad den oben geschilderten Prozess um. Es fördert die Produktion des schützenden Schleims, aktiviert die Flimmerhärchen und fördert die Durchblutung der Atemwege.

Ein Fußbad macht man nur dann, wenn man friert – nicht bei Hitzewallungen.

Gerne auch als Schwitzkur

Link: Aufsteigendes Fußbad (inkl. Schwitzkur) mit ausführlichen Informationen


Cineol

Hierbei handelt es sich um einen Extrakt aus der Pflanze Eukalyptus, der ähnlich wirkt wie das aufsteigende Fußbad. Er ist somit die perfekte Ergänzung und reduziert zudem das Risiko im Verlauf eine anhaltende Stirnhöhlenentzündung zu entwickeln.

Bemerkenswert sind die Ergebnisse einer Doppelblindstudie bei Asthma-Patienten, in der gezeigt werden konnte, dass die Notwendigkeit der Einnahme von Kortison durch die Einnahme von Cineol signifikant reduziert werden konnte.

  • Steigert Schleimproduktion und ermöglicht so den Abtransport
  • Regt die Flimmerhärchen an
  • leichte antibakterielle und antivitale Wirkung
  • Schwach krampflösend

Sie erhalten Cineol als Fertigpräparat in der Apotheke unter den Namen:

  • Soldeum forte oder GeloMyrtol forte: 3x täglich bis zur Ausheilung
  • Einnahme vorzugsweise mit einem großen Glas kalten Wasser, sonst geht die Kapsel schon im Magen auf, was unangenehm sein kann.
  • Bitte beachten Sie den Beipackzettel.

Zink

In einer Metaanalyse aus Finnland wurden 13 placebokontrollierten Studien mit unterschiedlichen Zink-Dosierungen eingeschlossen.

  • Bei einer Einnahme von mehr als 75 mg täglich war eine Reduktion der Erkältungsdauer gegenüber Placebo um 20-42% (je nach Studie) nachweisbar.
  • Es zeigte sich, dass die Einnahme von weniger als 75 mg täglich keinen signifikanten Effekt auf die Erkältungsdauer hatte.
  • Diese hohe Dosierung gilt nur für das Anfangsstadium eines Infektes und ist wegen möglicher Nebenwirkungen in dieser Form nicht dauerhaft empfehlenswert.

Meine Empfehlung:

  • Zinkorotat-POS 40 mg: 2x täglich (1-0-1) in den ersten 4 Tagen eines Infektes. Keine dauerhafte Einnahme!
  • Beachten Sie den Beipackzettel. Zink vermindert die Resorption von bestimmten Antibiotika (Tetracyclinen).
  • Andere Zinkpräparate z.B. vom Discounter sind ggf. günstiger. Gängige Zink-Präparaten enthalten aber meist nur zwischen 10 und 25 mg pro Tablette. Dementsprechend müsste alle 2-3 Stunden eine Tablette eingenommen werden, um auf die Tagesdosis zu kommen.

Esberitox

Ein weitere Ansatz ist das Mischpräparat Esberitox, welches die Wirkstoffe Färberhülse, Lebensbaum und Sonnenhut beinhaltet. In einer Untersuchung aus dem Jahr 1999 an 263 Patienten konnte, bei rechtzeitiger Einnahme in der Frühphase des Infektes, eine signifikante Verkürzung der Krankheitsdauer um bis zu 3 Tage nachgewiesen werden.

Diese kleine Studie sollte man nicht überbewerten, aber wenn es der Geldbeutel erlaub, kann der Immunmodulator Esberitox neben den oben genannten Methoden (Fußbad, Cineol, Zink) ein weiterer Baustein in der Abwehr von Erkältungsviren sein.

  • Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren nehmen Esberitox Compact: 3x täglich (1-1-1) bis die Symptome abklingen, aber maximal 10 Tage.
  • Für Kinder ab 4 Jahren gibt es Esberitox. Die Dosierung hängt vom Alter des Kindes ab.
  • Bitte beachten Sie stets den Beipackzettel.

Die Abwehr aktiv stärken

Intervalltherapie mit Echinacea als Infektprophylaxe

Die Wirksamkeit von Echinacea (“Sonnenhut”), war lange Zeit umstritten. Eine aktuelle Übersichtsarbeit, die 21 placebokontrollierte Studien zusammenfasst, gibt eine positive Empfehlung – möglicherweise weil in den letzten 20 Jahren bezüglich der Auswahl des Rohmaterials (nur noch oberirdische Anteile) der Extraktverarbeitung und Dosierung neue Erkenntnisse erwuchsen.

Da Echinacea zur Entleerung bestimmter intrazellulärer Speicher führt, ist eine kontinuierliche Einnahme nicht zielführend. Die Korrekte Anwendungsform ist die Intervalltherapie, die folgendermassen durchzuführen ist:

  • Tagesdosis: 3x 25-30 gtt.
  • Schema: 4 Tage einnehmen – 3 Tage Pause
  • Höchstdauer: 4 Woche
  • Bitte beachten Sie den Beipackzettel

Gute Hersteller:


Die Verfahren, die im Folgenden genannt werden, haben unserer Erfahrung nach durchaus eine gewisse Wirksamkeit, sonst würden wir sie nicht empfehlen, dennoch sollte man den Effekt auch nicht überschätzen. Es handelt sich um reine Erfahrungsmedizin, das heißt die Wirksamkeit ist wissenschaftlich betrachtet weder bewiesen noch widerlegt.

Wir wollen keinem unserer Patienten “das Geld aus der Tasche ziehen”: Wägen Sie gut ab – ein Infekt heilt in vielen Fällen spontan von selbst aus.


Immun-Kur in unserer Praxis

Ich empfehle eine Kombination von

  • Eigenbluttherapie (LINK): 8 Injektionen in unserer Praxis über 4 – 8 Wochen zur Stimulation des Immunsystems
  • Matricell: Hierbei handelt es sich um Trinkampullen welche die wesentlichen Wirkstoffe aus Bienenprodukten enthalten (Gelée Royale, Propolis-Extrakt, Blütenpollen-Extrakt). Sie erhalten diese in der Apotheke.

Kosten (Eigenbluttherapie): 8 Sitzungen insgesamt ca. 115 Euro


Das “Soforthilfe-Paket” (z.B. vor Reisen, Hochzeit usw.)

  • Sie bekommen eine Infusion mit hochdosiertem Vitamin C und anderen naturheilkundlichen Arzneimitteln.
  • Darüber hinaus werden Akupunkturnadeln an Kopf und an den Armen gesetzt.
  • Abschließend bekommen Sie eine Schutzbrille aufgesetzt. Eine spezielle Wärmelampe (basierend auf Infrarot-Licht) wird über Kopf und Brustkorb positioniert.
  • Liegezeit: ca. 30 Minuten

Kosten: 73,40 Euro


Grippeschutzimfpung

Die Grippeschutzimpfung schützt NICHT vor Erkältung, denn die typischen Atemwegsinfekte werden von ganz anderen Viren hervorgerufen.

Sie reduziert das Risiko einer Infektion durch das echte Influenza-Virus um 60-70%.

Die Zahl der Infektionen während einer Grippewelle – nicht jeder Infizierte erkrankt – wird auf 5 bis 20 Prozent der Bevölkerung geschätzt, in Deutschland wären das 4 bis 16 Millionen Menschen. Von diesen versterben jährlich in Deutschland bis zu 20.000 Menschen.

Die Grippeschutzimpfung ist normalerweise gut verträglich und als sehr sicher einzustufen.

Ich empfehle die Influenza Impfung insbesondere für folgende Risikogruppen (weitere nach individueller Beratung):

  • Alle Menschen ab 60. Lebensjahr
  • Chronische Atemwegs-, Herz-, Leber oder Nierenkrankheiten (z.B. Herzkrankheit, Asthma, COPD, Hepatitis)
  • Diabetiker

Diese und andere Patienten können sich in unserer Praxis kostenfrei gegen Influenza impfen lassen. Bringen Sie bitte soweit möglich Ihren Impfausweis mit.